Der Frost des Winters weicht der Wärme des Frühlings. Nun ist es an der Zeit, in rascher Geschwindigkeit ihre Blüten hervorzubringen. Wenn die Sonne hoch am Himmel steht, winken ihr die zarten Buschwindröschen zu. Selbst der Fingerhut reißt seine Blütenkelche auf um Insekten einzuladen ihren Pollen zu sammeln. Für manche scheint es etwas seltsam klingen aber es gibt Pflanzen die nicht nur ihre Blüten und Blätter bewegen können, sondern auch von Ort zu Ort spazieren können. Nehmen wir zum Beispiel den Brombeerstrauch, da er einer der agresivsten ist. Er schwingt seine Triebe seitwärts hin und her und erkämpft sich den besten Weg,und nichts oder keiner kann ihn aufhalten. Seine spitzen Dornen die nach hinten gerichtet sind geben ihm den sicheren Halt, und somit klettert er über alles hinweg. Irgendwo wird er dann Wurzeln schlagen und eine neue Umgebung für das Imperium seines Strauches platziert haben. Es gibt Pflanzen, die sich noch viel schneller fortbewegen können.
Es gibt eine Pflanze mit dem Namen, Steppenroller, die in Kalifornien beheimatet ist. Es ist eine Nachtkerzenart und sie muß sich mit Hilfe des Windes eine neue Bleibe suchen. Die Dünen sind ständig in Bewegung, auch wenn die Pflanze bereits abgestorben ist trägt sie immer noch Leben in sich. Die nägste Generation enthällt winzige Körnchen und jedes der Körnchen ist ein Wunder in der Verpackung. Es beinhaltet die kompletten genetischen Instruktionen um eine neue Pflanze zum Leben zu erwecken.
Die Samen sind so winzig, das die meisten Pflanzen in dieser Form, von Ort zu Ort wandern.
Den kleinsten gehören den Pilzen, wenn man es genau betrachtet, so sind es keine Pflanzen, sondern eine selbstständige Lebensform.Doch die Partikel, also die Sporen die sie produzieren sind den pflanzlichen Samen ähnlich. Nehmen wir einmal einen Pilz, zum Beispiel den riesigen Bovist. Er produziert unendlich viele Sporen. Würde sich zwei Generationen lang, jede Spore zu einem ausgewachsenem Pilz heranwachsen, würden sich dann Bovistmassen, das Volumen der ganzen Erde achthundert mal übersteigen.Wie der Steppenroller, so kann auch der Bovist von den Winden mitgeführt werden, aber dazu muß man sagen, daß nur die Sporen große Entfernungen zurücklegen, die aus dem Bovist in rauchartigen Wolkengebilde herausgeschleudert werden.
Wenn es Herbst geworden ist, gibt es noch andere Pilze im Wald, hierbei möchte ich die Erdsterne erwähnen, die eher ein unscheinbares Äußeres haben, nachdem sie die Erdoberfläche erreicht haben. Es gibt auch kein Hinweis darauf, zu welchen komplexen Lebewesen sie sich entwickeln werden. Sobald aber die feuchten Winde durch die Wälder ziehen, entfalten sich die Erdsterne auf wunderliche, geheimnisvolle Art und Weise. Sie öffnen sich um von den Niederschlägen zu provitieren und nur ein einziger Tropfen ist ausreichend, und gibt ihnen die Energie die sie brauchen um ihre Sporen in die Luft zu schießen.
Auch Blumen provitieren von dem Wind um ihre Samen zu verbreiten, hierbei sei der erfolgreichste, der Löwenzahn genannt. Nach den gelben, abgeblüten Köpfchen, verwandelt sich das Köpfchen in durchsichtige, weiße Bällchen, die sich aus ungefähr einhundert Samen zusammensetzen und auf den Wind warten. Die Samen sind schwerer als Pilzsporen, und jedes einzelne ist mit einem Gleitschirm versehen. Da der Gleitschirm so effizient ist, reicht der Hauch des Windes um den Schirm hoch in die Luft zu heben. Da der Löwenzahn dicht an dicht steht, gibt es eigendlich kaum noch Platz für eine neue Generation. Der Wind wird die Samen forttragen und sie werden eine neue Wiese erreichen.
Bäume sind bei der Verbreitung ihrer Samen im großen Vorteil, wir sprechen hier von der Höhe. Desto höher der Baum, desto weiter kann der Samen fliegen.
Die amerikanischen Pappeln verpacken ihre Samen in Flocken, und auf Grund ihrer Höhe, können sie ihre Samen sehr weit verbreiten. In den riesigen Seen in Nordamerika, treiben die Flocken der Pappeln, die am Ufer wachsen, in großen Flächen auf dem Wasser. Da die Pappeln große Mengen an Samen bilden, und die meisten auf ihrer Reise verlohren gehen, und nur wenige in großer Entfernung an den Strand gespühlt werden, können die Pappeln den Verlust verschmerzen.
In den Regenwäldern wo sich kaum Wind regt, muß der Samen einen guten Flugapperat besitzen. In Bornio wächst ein Kürbisgewächs welches die Aufgabe am besten meistert. Es ist Lianenförmig, und ein Windhauch reicht aus um den Samengleiter in die Luft zu heben. Sogar Flugzeugbauer haben versucht die Konstruktion nachzubauen, nemlich die perfekte Drahtfläche. Pflanzen haben schon lange vor dem Menschen Segelflieger mit steifen Drahtflächen entwickelt, auch wenn es absurt erscheint. Die Pflanzen erfanden sogar den Hubschrauber, hier sind die Samen des Bergahorns gemeint, denn die Länge, Breite, und das Gewicht des Rotorblattes sind nahezu Perfekt ausgerichtet. Würde es abweichungen geben, würde das ganze Ding wie ein Stein zu Boden fallen.
Eine Kletterpflanze, welche in Südostasien beheimatet ist, verfügt sogar über einen Flugsamen mit sechs Rotorblättern. Dieses müssen Flugzeugbauer erst einmal konstruieren können, so zum Beispiel den Samen der Winterlinde. Pflanzen benutzen auch Düsenantrieb und Explosionen wie zum Beispiel eine Spritzgurke oder ein Springkraut aus dem Himmalaya. Eine zarte Berührung reicht um eine Explosion herbeizuführen, da die Kapseln randvoll mit Flüssigkeit gefüllt sind. Eine enorme Energie lässt die Samen des Springkrautes mindestens fünf Meter weit wegschleudern.
Die Fruchtkapseln der Mittagsblume öffnet sich nur wenn es regnet, denn die plötzliche Aufnahme von Wasser in das Gewebe, legt ihre Samen frei. Die Fruchtkapseln wirken wie ein Trampolin, Die Tropfen des Wassers prallen von ihm ab und nehmen die Samenkapseln mit.
Für ihre Wanderungen benutzen Pflanzen auch die Kraft des Wassers, falls die Samenkapseln richtig ausgerüstet oder eingepackt sind, wird auch das Wasser große , schwere und sperrige Samenkapseln weit fort tragen.
Die größten Pflanzensamen der Welt hängen über den Ufern der tropischen Flüsse, hierbei handelt es sich um Meerbohnen. In der Welt der Pflanzen ist es der erfolgreichste Wanderer,der die riesiegen Schoten beherbergt. Die Samen der Riesenschoten werden durch Kerben von einander getrennt, dadurch können sie unabhängig in einer eigenen Hülse abfallen. Auf die Reise geht die Meerbohne in einem kleinen Fluß in Afrika und schwimmt kilometerweit in die Flußmündung, durch die Mangroven dem Ozean entgegen und an Inseln vorbei, ins offene Meer hinaus. Eine Meerbohne ist sehr wiederstandsfähig und kann mitunter ein ganzes Jahr im Wasser verbringen und am Leben bleiben. Auch wenn die Schale zerfällt, kann die Bohne schwimmen. Aber nicht alle erreichen festen Boden. Irgendwann landen die Samen an einer Küste, sogar bis an den Strand in Nordost Australien schwimmen die Samen und landen.
Die Meerbohnen sind in der Samenverbreitung der größte Erfolg. Sie werden auch an den Küsten in Europa geschwemmt aber das Klima läßt es nicht zu, es ist ihnen einfach zu kalt.
Aber in den Tropen fühlen sie sich wohl, und mit Sicherheit gedeien sie dort gut. Viele Pflanzen verschicken ihre Samen als Luftpost oder als Flaschenpost durch die Ozeane, doch eine Vielzahl der Pflanzen benutzen lebende Kurriere, hierbei seien haarige Tiere gemeint.
Nehmen wir mal die Klette mit ihren hunderten von Haken die effektiv sind. Sie werden abgerissen oder abgeschüttelt.
In Südafrika ist eine Pflanze beheimatet, die am Boden entlangrangt, mit Stacheln versehen ist und nur darauf wartet das man auf sie tritt. Die Einheimischen haben sie, Teufelsdornen genannt, denn wenn man auf sie tritt, ist es für Tier oder Mensch sehr schmerzhaft. Doch wenn man dieses für Schmerzerfüllt nennt, dann kennt man die Frucht der Euterhakenpflanze, ein Ungetüm von Leben, noch nicht.
In Südafrika wird sie auch Teufelskralle genannt, und kann Tieren mit Weichen Hufen oder auch Sohlen zu Invalieden machen, wenn sie auf ihnen treten. Eine grausiege Vorstellung. Man glaubt es kaum, aber der Strauss ist wiederstandsfähig und kann den Samen, befördern ohne Verletzungen davon zu tragen. Pflanzen haben noch eine andere Möglichkeit gefunden, Tiere als Samenverbreiter zu benutzen und sich auf Zufälle zu verlassen. Sie können Tiere auch mit Belohnungen locken.
Im Heideland in Südafrika sind Ameisen wie überall auf der Welt, fleißige Arbeiter und etliche Pflanzen arangieren die Insekten um ihre Samen zu verbreiten. Sie kleben kleine Nahrungsstücke an das Ende der Samen. Dieses Stückchen, nennen wir es mal: Verführung, ist alles was die Ameisen wollen, und so gelangt der Samen unter die Erde und hat seinen Platz um zu keimen, und wachsen. Pflanzen bestechen auch größere Tiere und nicht zu vergessen uns Menschen auch. Nun werden sich einige von Ihnen Fragen, wie das? Darüber hinaus zwingen sie uns auch noch ihren Zeitplan auf. Hier sei ein Beispiel erwähnt:
Die Früchte der Brombeere sind noch sauer, da sie noch nicht zum essen bestimmt sind, jedoch wenn die Zeit gekommen ist, wechselt die Brombeere ihre Farbe, und wird von vielen Gästen vernascht. Es kommen verschiedene Tiere und somit wird der Samen weit verbreitet. Weil schwarz eine auffallende Farbe ist, ebenso aiuch rot, finden die Vögel die Beeren sehr schnell. Hierbei sei erwähnt, daß Vögel Farben in ähnlicher Weise sehen wie wir Menschen. Was für die Tiere Wahrnehmung beteutet, ist es auch für uns Menschen. Aus diesem Grund haben Beeren diese Signalfarben, um Tiere und Menschen aufzufordern Beeren zu sammeln. Tropische Feigen sind kleiner, als unsere in Europa, und üblicherweise sind sie gelb. Aber diese Botschaft wird weitgehend verstanden. Mitten im Wald ist ein tropischer Feigenbaum ein genialer Treffpunkt für alle Tiere, und sie haben ihn zum Fressen gern. Kommen wir nun zu dem Rhinozerosvogel. Er transportiert in seinen Kropf dutzende Früchte, die hunderte von Samen enthalten.Die weichen Teile verdaut der Vogel und die Samen scheidet er wieder aus.
In Neugenea gibt es nur wenige Säugetiere und keine Arten. Der Kasuar, ein Vogel auf dem Waldboden, ist das größte Tier.
Bei den Kasuaren haben Männchen und
Weibchen leuchtend gefärbte Kehllappen.
Die Ähnlichkeit von den Kehllappen und den
Früchten, welche ihre Nahrung darstellt, ist
eventuell kein Zufall. Vieleicht haben sich die großen Vögel mit den Farben der Früchte ge-
schmückt um Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, denn bei den Vögeln dienen die Kehllappen als soziales Zeichen. Aufmerk-
samkeit zu erlangen, mit viesuellen Signalen,
ist vieleicht nur begrenzt möglich. Im Wald der so dicht bewachsen ist, kann man sie erst in nägster Nähe sehen. Um Botschaften zu verbreiten, bedienen sich Pflanzen noch eines anderen Mediums, hiebei handelt es sich um den Duft.
In Bornio gedeiht die Zibettfrucht, die berühmte Stinkfrucht. Sie hat so einen stechenden Geruch, das eine empfindliche Nase, eine Frucht aus achthundert Meter Entfernung Wahrnehmen kann. Manche Menschen lieben diesen Geschmack so sehr, das sie lange Fußmärsche aufsichnehmen .
Der Duft dieser Pflanze ist sehr unangenehm, nahezu ekelerregend, jedoch der Gestank kommt von der Schale. Das innere dagegen ist sehr köstlich, unwiederstehlich , auch die Affen lieben diese Frucht. Die Tiere haben nun die Samen im inneren und scheiden sie irgendwann, und irgendwo wieder aus. Es gibt Pflanzen, denen diese Art der Samenverbreitung nicht gut genug ist.
In den Wäldern Nepals wachsen die Früchte des Treviabaumes,aber sie haben ein Problem, denn ihre Samen können nicht in der Dunkelheit, also im Schatten, keimen. Sie müssen also auf eine Lichtung gebracht werden,wenn sie eine Chance zum Leben wollen, aber es ist leichter gesagt als getan. Es gibt Tiere, das Panzernashorn zum Beispiel, die so besessen auf die Früchte sind, daß sie diese Aufgabe gern erledigen. Von den Einheimischen werden die Früchte auch Rinozerusäpfel genannt. Wenn die Tiere am Abend ins überschwemmte Grasland marschieren ,entlehren sie sich , gleich mit Dunk versehen.Hier sprießen dann die Treviabäume.
In Afrika sind die Elefanten eine ähnliche Beziehung eingegangen, nähmlich mit den Akazien. Ein Überleben einiger Akazienarten ohne Elefanten, währe kaum denkbar. Die Akazienbäume bringen jedes Jahr unmengen von Samen herfor, der leider fast immer gefressen wird.
Im brasilianischen Regenwald wachsen die Paranüsse heran. die aber sehr gut geschützt sind. Auch ein Sturz von ungefähr dreißig Meter Höhe,ist bedenkenlos und kann ihnen nichts anhaben.
Nur ein Nagetier welches in Südamerika zu Hause ist, kann die Nüsse knacken. Es handelt sich hier um das Akuti. Die Nüsse die es vergraben hat, und mit der Zeit vergessen hat, können in aller Ruhe keimen und es wird eine neue Generation heranwachsen.


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