Eroberung unseres Planeten

Der Sommer hat auch seinen Reiz mit der vielzahl von Blumen, aber auch seinen Preis, den Heuschnupfen. Die Ursache des Leidens liegt in der Luft, Pollen. Sie sind nicht größer als Staubkörner.Jede Pflanzenspezies hat sein eigenes charakteristisches Muster. Die Pollen ströhmen in millionen aus den Staubgefäßen, die sich aus den winzigen Blüten des Grasteppichs erheben. Sobald die Pollen in die Freiheit entlassen werden, erfaßt sie der Wind und trägt sie fort. Diese winzigen Partickel sind Schuld daran, daß es vielen Menschen schlecht geht, wenn sie sich in die Atemwege einschleichen. Doch ihr eigendlicher Bestimmungsort ist natürlich nicht die menschliche Nase. Es sind die Narben anderer Grasblüten.
Gräser vermehren sich auf diese Weise erfolgreich und haben alle Kontinente unseres Planeten erobert und einige von ihnen haben auch erstaunlich große Exemplare hervorgebracht.

In Nepal wachsen die größten Rohrkolbengewächse von allen. Sie ragen sieben Meter in die Höhe. Nashörner und auch Menschen können sich in solchen Mammutgräsern bewegen und dabei auch völlig unbemerkt bleiben.
 Auch der Haselnußstrauch vertraut, wie viele andere Pflanzen auch, dem Wind, um seine Pollen zu verbreiten. Pollen werden in großen Mengen produziert und dann auch in Massen entladen. Sie sind die männlichen Keimzellen. Die Strukturen die sie hervorbringen,nemlich die Kätzchen,sind die männlichen Geschlechtsorgane. Die weiblichen, die Narben, wachsen auf dem Haselnußstrauch getrennt von den männlichen und sind als winzige rote Blütenzweige zu erkennen.
An der Basis jeder Narbe liegt eine Kammer an der sich eine geringe Zahl der Eier befindet. Beim Haselnußstrauch ist es nur eines. Es reicht nur ein Pollenkorn um jedes Ei zu befruchten.
Die meisten Pflanzen jedoch, vereinen ihre Samen in einer Blüte. Die Narbe bildet den Mittelpunkt. Um ihnen drängen sich die Staubgefäße, die, die Pollen produzieren.. Die Blütenblätter dienen als Blickfang um Botentiere anzulocken, die die Pollen von einer zur anderen Blüte transportieren. Viele  Blumen, zum Beispiel der Storchschnabel lassen ihre männlichen und weiblichen Einheiten zeitlich versetzt reifen, um eine Selbstbestäubung vorzubeugen.

In West Australien, wächst die Kängeruhpflanze. Die Staubgefäße stehen in einer Reihe, wie die Zähne eines Kammes.Nur die dünneren und längere Narbe überragt über die Linie hinaus. Die Blüten sitzen auf einer Ähre.
Die Honigfresser,dringen tief mit ihren Schnabel hinein und wenn der Vogel weiterzieht um wo anders zu trinken, streift er den Blütenstaub der einen Pflanze an der Narbe der anderen ab.

In Süd Amerika sind die Kolibries zu Hause und große Necktartrinker. Sie werden von den Blüten ähnlich mit Pollen beladen. Sie berühren den Kopf des Kolibries und der Pollen tritt seine Reise an. Kein Zufall ist es aber, das viele Pflanzen die sich der Vogelbestäubung bedienen, eine rote Farbe tragen, Anders wie bei den Insekten, deren Aufmerksamkeit dem blauen Farbspektrum gilt.
Vögel sehen farblich ähnlich wie Menschen.

Die Südamerikanische Pflanze, Columnee weißt auf den ersten Blick, keine farblichen Merkmale auf. Um sie zu erkennen, muß man ihre Blätter von unten betrachten. Sie besitzen halbdurchscheinende Flecken.
Es gibt auch eine andere Aussage, die man über Blüten und ihre Bestäuber treffen kann. Blüten die von Vögeln bestäubt werden sind nicht nur mit aller Wahrscheinlichkeit rot sondern sie verströhmen auch einen Duft.

Auf Bornio wächst ein Baum der seine Blüten in der Nacht öffnet.Demzufolge wird er von Nachtaktiven Säugetieren besucht. Ich spreche hier von Flughunden. Als Bestäuber sind Flughunde genauso tüchtig wie Vögel. Flughunde legen wenn sie auf Nahrungssuche sind, weite Strecken Zurück.
In der Evolution stellen die Säugetiere die jüngste Gruppe dar. Vor ihnen regierten die Reptilien und einige von ihnen waren zur Herrschaft der Dinosaurier, ebenso wie heute zweifellos von Pflanzen abhängig.

Vor Vierzig Millionen Jahren, trennte sich Madagaska von der Ostküste Afrikas und ist seitdem vom Kontinent isoliert. Aus diesem Grund existieren heute Pflanzen auf Madagaska, die sonst nirgendwo zu finden sind.
Eine der spektakulärsten Arten von ihnen, ist der Baum der Weisen. Sie bringt ihre Blüten in kleinen Zweigen hervor die zwischen den Blättern ihres riesigen Fächers sprießen. Sie sind graue, steife und beinahe lederartige Gebilde. Wer an den Necktar gelangen möchte, muß kräftig sein um die stämmigen Blütenblätter beiseite zu schieben.
Doch die Insel beherbergt nicht nur einzigartige Pflanzen, sondern auch einzigartige Tiere, zum Beispiel Halbaffen, die über die nötige Kraft verfügen.
Auf Madagaska leben viele Halbaffen aber nur wenige ernähren sich von Necktar. Einer von ihnen ist der Mohrenmaki. Sie tragen die Pollen von der einen zur anderen Pflanze.
Die Mohrenaffen legen große Distanzen zurück und wenn der Necktarvorrat der einen Pflanze erschöpft ist, so suchen und begeben sie sich zur nägsten Pflanze.
Erst wenn sie von der zweiten Palme getrunken haben, ist die Aufgabe die, die erste Palme stellte erfüllt.Doch die häufigsten Pollenkuriere sind nicht die Säugetiere oder Vögel, noch Reptilien sondern die Insekten.

In Süd Amerika präsentiert eine Gruppe von Orchideen ein ausgefallenes und raffiniertes Produkt.  Es handelt sich um Öel, doch es ist ungenießbar. Die Stammgäste für die es bestimmt ist, sind winzige Hautflügler. Doch nur die Männchen besuchen die Blüten. Das Öel ist sehr dickflüssig. Es ist allerdings keine Nahrung, sondern ein Duftstoff, den die Männchen während des Paarungsrituals verwenden, um die Weibchen anzulocken. Da das Öelpolster sehr rutschig ist, haben die Männchen große Mühe den Halt nicht zu verlieren.
Einige Pflanzen produzieren Pollen, die nur einem einzigen Tier zu schmecken scheinen. Der tropische Feigenbaum in Nordaustralien ist eine Beziehung mit einer Feigenwespe eingegangen , die so komplex ist, daß man sich kaum vorstellen kann, wer von beiden die Kooperation begann, beziehungsweise wer von beiden den größeren Vorteil genießt.


Einer der spektakulärsten, aßergewöhnlichsten Insektenverführer lebt im tropischen Regenwald,- Sumatras. Diese Pflanze blüht nur alle 1000 Tage und wenn sich eine Blüte entwickelt hat, verwelkt  sie schon nach drei Tagen. So haben nur sehr wenige  Menschen diese Blüte gesehen.
Wenn wir es streng Wissenschaftlich sehen, besteht sie aus vielen kleinen Blüten, die sich aneinander drängen. Man kann sie aber als eine Blüte betrachten aber wenn man es tut, so ist es die größte  Blume der Welt. Diese Pflanze ist 3m hoch und hat einen Durchmesser von einem Meter.  Es ist ein Dickkolben und gehört zur Familie der Aronstabgewäckse. Sie macht seinen  botanischen Namen alle Ehre. Die Aufgabe des Blütenpollens in der Mitte , ist die Produktion des Duftes.  Sie stinkt nach verdorbenen Fisch, aber offensichtlich zieht dieser Aasgeruch Insekten an.  Winzige Bienen haben die Bestäubung übernommen.

Nun noch einige Worte, zum Abschluß.


Wir Menschen  neigen dazu, Pflanzen  als Bereicherung unseres eigenen Lebens zu betrachten, doch das sind sie nicht. Die Pflanzen brachten lange bevor es uns Menschen gab, ihre Blüten hervor, und damit Säugetiere, Vögel und vorallem Insekten anzulocken, und obwohl  manchmal diese Tiere belohnt werden, bleiben sie ihre Diener.

Die Gebieter sind die Pflanzen.
 


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